Montags in Deutschland (und in Greifswald)

Der Montagabend: Das war bis zur Maueröffnung 1989 ein ausgesprochen positiv besetzter, sich wöchentlich wiederholender Moment. Ab September 1989 gingen die Menschen zunächst in Leipzig, dann auch in vielen weiteren Städten der damaligen DDR auf die Straße, um gegen die politischen Verhältnisse ihrer Gegenwart zu protestieren. Aktivist*innen aus den verschiedensten Gruppen der Gesellschaft demonstrierten für ein schnelles Ende der SED-Herrschaft und der Stasi und eine friedliche, wirklich demokratische Neuordnung. Dabei griffen sie den Termin der traditionellen Friedensgebete in den Leipziger Kirchen auf. „Keine Gewalt!“ war die übergreifende Parole, vertreten von Hunderttausenden; und wir alle wissen, wie wichtig diese Demonstrationen 1989 gewesen sind: Wie wichtig und richtig es sein kann, Menschenrechte auch auf der Straße einzufordern, wenn die eigene Regierung sie vergisst.

Wer am Montagabend für seine Anliegen auf die Straße geht, der ruft Erinnerungen wach an die Wendezeit; der möchte sich schon aufgrund des Termins in eine Tradition berechtigter Kritik stellen und deutlich machen, wie wichtig (und demokratisch) das eigene Anliegen ist.

Das machten sich ab März 2014 die sogenannten „Mahnwachen für den Frieden“ zunutze. Was so schön und harmonisch klingt, hatte aber eine dunkle und bedrohliche Seite. Auslöser dieser Versammlungen war die Krise in der Ukraine. Die Mahnwachen nahmen nun aber nicht etwa kritisch Russlands gewaltige und gewalttätige Einmischung dort ins Visier – nein: In den Redebeiträgen der Teilnehmer*innen und in den Medienbeiträgen der Publizist*innen, die jener angeblichen Friedensbewegung nahestanden oder sie vertraten, häuften sich schnell antisemitische, antiamerikanische, rechtsextreme Aussagen – unverblümt und unverhohlen. Ganz augenscheinlich spielte die sachliche Berichterstattung seriöser Medien für die Anhänger*innen dieser Bewegung eine deutlich geringere Rolle als all die Blogs, YouTube-Kanäle und Chatrooms, die sie mit angeblich zuverlässigen Nachrichten und eigenwilligen Interpretationen dazu versorgten. Man konnte in Echtzeit zusehen, wie manche Menschen abdrifteten in ein Paralleluniversum aus Verschwörungsmythen und sich dabei – das war besonders erschreckend –  im Vollbesitz der Wahrheit wähnten.

Ab Herbst desselben Jahres machte dann PEGIDA (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) montagabends die Straßen zunächst in Dresden, dann auch in anderen Städten unsicher. Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, ausgrenzender Nationalismus: Wer das vertrat, der fand sich unter längst verstaubten, teils gar verbotenen Fahnen bei PEGIDA wieder und brüllte vielleicht sogar im Brustton der Überzeugung jene gute Parole von 1989: „Wir sind das Volk!“ Kaum etwas könnte der Wahrheit noch ferner liegen – zum Glück. Seit dem letzten Jahr stuft der Verfassungsschutz Sachsen PEGIDA als „erwiesen extremistisch“ ein.

Auch Greifswald blieb von einem Provinzableger dieser Bewegung nicht verschont: Ab Herbst 2015 trat sie unter dem Motto „Frieden, Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit“ wöchentlich in der Stadt in Erscheinung (und wie diese Truppe zu diesem irreführenden Namen kam, ist wirklich eine bizarre Geschichte für sich – aber die führt hier zu weit). Auch hier: Verbotene Fahnen und Embleme, ausgrenzende Parolen, unhaltbare Analysen der politischen und gesellschaftlichen Gegenwart – und vor allem eine entsetzliche Spielart von persönlichem Egoismus, der sich dazu ein nationalistisches Gewand gab: „Für die Zukunft unserer Kinder!“ hieß es auf den Bannern – und damit waren eben nicht die soeben aus Afghanistan oder Syrien geflüchteten kleinen Menschen gemeint. „Widerstand für unser Volk!“, so war zu lesen; und die gerade vor Folter, Gewalt und Krieg geflohenen Menschen, die alles – und teils auch ihre Liebsten – verloren hatten und auf der Suche nach einer neuen Heimat waren: Die sollten nach dem Willen dieser Provinz-PEGIDA sicher niemals Teil dieses Volkes werden können.

Was sich da auf unserem Marktplatz zutrug, war unerträglich. Und so kamen – sofort und spontan – ab dem ersten Abend auch solche Menschen zusammen, die dieses Unerträgliche nicht als Einziges in der Mitte unserer Stadt stehen lassen wollten. Daraus entstand das Bündnis „Greifswald für alle“, das sich seither – im Herbst 2015 zunächst mit Mahnwachen, Kundgebungen und tatkräftigem Einsatz für das Ankommen der neuen Mitbürger*innen, schnell auch mit der Organisation von großen Kulturfesten jedes Jahr am 1. Mai – für eine solidarische, vielfältig geprägte Stadt einsetzt, in der wir aneinander denken und füreinander da sind.

Nun erleben wir eine neue Welle von Demonstrationen am Montagabend; und damit auch eine unschöne Kontinuität. Es versammeln sich nun Menschen, die – ganz wie ihre Vorgänger aus den Jahren 2014 und 2015 – ihre Informationen aus Quellen jenseits der von ihnen so bezeichneten „Mainstream-Medien“ beziehen. Wer zuhört, merkt schnell, dass ihnen das Vertrauen in moderne Wissenschaft ebenso wie in die Demokratie in einem Maße fehlt, das nicht nachvollziehbar ist. Sie fühlen sich ausgegrenzt, während sie nur schlicht – und aufgrund ihrer eigenen Entscheidung – eine Voraussetzung für vollständige Teilhabe an einigen Aspekten des gesellschaftlichen Leben in diesem von einer Pandemie geprägten Augenblick nicht besitzen. Ihre Forderungen klingen, als würden sie ohne Führerschein Auto fahren wollen. Sie leugnen, was belegbar wahr ist, und können nicht mit den Entwicklungsprozessen leben, ohne die echte Wissenschaft kaum denkbar wäre. Sie sind bereit, die Gesundheit anderer Menschen ihrem persönlichen Egoismus zu opfern. Dabei scheuen sie nicht vor Parolen zurück, die die unbeteiligte Zuschauerin durchaus erschüttern können: Aufrufe zur Selbstjustiz, Drohungen gegen die Regierung, und immer wieder ein erheblicher Mangel an Geschichtsbewusstsein. Die Vergleiche der aktuellen Situation mit dem Holocaust in Deutschland oder den Jahrhunderten der Sklaverei in Amerika sind verharmlosend und  menschenverachtend.

Nicht alle, die sich nicht impfen lassen, denken so. Aber diejenigen, die hier und anderswo an den Kundgebungen teilnehmen oder zum Mikrofon greifen – ob Pflegekraft oder Biobäuerin – tun das Seite an Seite mit denjenigen, die diese Parolen wirklich ernst meinen und gar ganze Parteiprogramme auf Fake News gründen. All das ist nicht harmlos.

Sie seien nicht rechts: So sagten die Teilnehmer*innen beim wöchentlichen Wahnmachen der „Friedensbewegung 2.0“. Sie seien die Mitte der Gesellschaft: So sagen die Menschen am Mikrofon auch heute, jeden Montag wieder. Es ist beunruhigend, dass diese sehr spezielle Mitte der Gesellschaft nicht merkt, wie sehr sie sich irrt.

Der Weg aus der Pandemie und der Weg zu einem Miteinander, in dem wir Verantwortung für uns selbst und für unsere Mitmenschen übernehmen, ist eigentlich ganz einfach. Wir können uns alle für eine Impfung entscheiden – auch ohne dass uns jemand dazu verpflichtet.

Ja, hier sind die Gedanken frei: Darum können wir dieses Lied auch öffentlich singen. Wir haben Frieden. Wir haben Freiheit. Wir haben auch keine Diktatur. Wir haben allen Grund, Wissenschaft und Politik im Allgemeinen – und bei allen gelegentlichen Irrtümern – zu vertrauen. Und darum: Ich wünsche uns allen eine Stadt, in der nicht nur der Marktplatz, sondern auch jeder andere Ort geprägt ist von Wahrheitsliebe und gemeinsamer Verantwortung. Das könnten wir – zum Beispiel – von den Montagsdemonstrationen 1989 lernen.

Rede von Anne Wolf auf unserer Veranstaltung am 31.01.2022

Solidarität statt Hass, Fake News und Hetze

31. Januar – 19 Uhr – Marktplatz

Wir wollen in Zeiten der Pandemie auf Solidarität statt Egoismus im Sinne von „Mein Körper, meine Wahl“ setzen. Die Greifswalder*innen sind aufgerufen, Coronaleugner*innen und Querdenker*innen zu zeigen, dass Empathie und Solidarität auch heißen sollte, sich impfen zu lassen. Wissenschaftlichkeit statt verschwörungsgläubiges Geschwurbel ist wichtiger denn je, um die Pandemie zu überwinden und andere zu schützen.

Seien wir achtsam mit der Sprache. Wir wollen und dürfen nicht zulassen, dass sich Forderungen nach einem „Nürnberg 2.0“ oder das Gerede von der „Plandemie“ in der Mitte der Gesellschaft durchsetzen. Dies darf niemals Normalität werden.

Gemeinsam Für Greifswald #ZusammenGegenCorona

Am Samstag, 22.01.22, ab 14:30 Uhr lädt die Universität Greifswald zusammen mit den Wissenschaftseinrichtungen in der Stadt, der Universitäts- und Hansestadt, dem Bündnis Greifswald für alle, dem Theater Vorpommern, dem Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis und der Sparkasse Vorpommern zu einer

Informationsversammlung auf dem Greifswalder Marktplatz ein.

Damit wollen wir wissenschaftlich basiert über COVID-19 informieren und ein Zeichen der Solidarität mit allen von Corona-Betroffenen setzen.

Pressemitteilung der Universität: https://www.uni-greifswald.de/universitaet/information/aktuelles/detail/n/nu-man-tau-gemeinsam-fuer-greifswald-zusammengegencorona/

Vollständiges Programm zum Download

Gedenken an die über 1.500 an Covid-19 Gestorbenen in Mecklenburg-Vorpommern

Mit Datum des 17.01.2022 starben im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern 1.638 Menschen an oder mit Covid-19. Weltweit sind es mehr als 5 Millionen offizielle Tote. Covid-19 ist eine Krankheit mit zahlreichen Auswirkungen auf den menschlichen Körper, sodass eine Infektion mitunter nicht direkt für den Tod verantwortlich ist – aber die erkrankte Person ohne diese Infektion noch leben würde. Die Unterscheidung „an oder mit“ ist daher wichtig für bspw. die epidemiologische Forschung, aber für Erkrankte und die Angehörigen von Verstorbenen kann es auch als zynischer Umgang mit den tödlichen Risiken dieser Pandemie erscheinen, wenn diese Unterscheidung zur Relativierung von Covid-19 gebraucht wird.

Während in Deutschland die offiziellen Zahlen recht zuverlässig sind, also mit der allgemeinen und tatsächlich im langjährigen Vergleich vorhandenen Übersterblichkeit korrelieren, ist dies für die globale Covid-19-Statistik nicht der Fall. Die Übersterblichkeit ist weit höher; es gibt deutlich mehr inoffizielle Coronatote. Denn nicht in allen Ländern wird die Todesursache statistisch so ermittelt, wie es hierzulande gehandhabt wird.

Dazu kommt, dass die hierzulande existierenden Hygienemaßnahmen, medizinischen Versorgungsmöglichkeiten und Impfungen aufgrund ihres wirksamen Schutzes allzu leicht dazu führen, die Gefährlichkeit des Virus zu unterschätzen.

Eine Studie geht davon aus, dass es insgesamt bis zu 4 mal mehr Coronatote gibt als die amtlichen Stellen der Länder ausweisen. Fakt ist, dass in vielen Ländern die Lebenserwartung drastisch sinkt. In einigen Ländern bricht sie für Männer um mehr als 2 Jahre ein. So stark wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr, wird teilweise konstatiert.

Allerdings ist das nur ein statistischer Wert für die gesamte Bevölkerung. Wer im höheren Alter an Covid-19 erkrankt und infolge der Erkrankung stirbt, verliert deutlich mehr Lebensjahre. Insbesondere für ältere Menschen, die weiteren Gesundheitsrisiken wie Diabetes oder Asthma ausgesetzt sind, ist SARS-CoV-2 ein tödliches Risiko. Ohne das Virus könnten diese älteren Menschen einer Studie zufolge noch 11 Jahre (Frauen) oder 13 Jahre (Männer) leben. Das Märchen, Corona beträfe nur Menschen, die sowieso gestorben wären, ist unhaltbar.

Corona ist aber nicht nur ein tödliches Risiko für Menschen über 60, sondern auch für jüngere; und nicht nur für die Millionen Menschen aus Risikogruppen, sondern auch für völlig gesunde Menschen. Und wer nicht tödlich erkrankt, kann an schwersten Folgen der Erkrankung leiden. Und selbst bei einem milden Krankheitsverlauf kann es durch Post Covid und Long Covid zu enormen Belastungen und Einbußen in der Lebensqualität kommen.

Wir gedenken daher den Opfern der Coronapandemie und bitten darum, die Hygiene- und Impfempfehlungen zu befolgen. Denn von allem, was wir haben können, ist nichts wertvoller als das Leben und die Gesundheit.

Impfen – Verantwortung und Solidarität!

Montag, 3. Januar 2022, Marktplatz, 19 Uhr

Mit großer Sorge beobachten wir die mit stetig zunehmender Teilnehmerzahl wöchentlich stattfindenden Montagsversammlungen in Greifswald. In der Mehrheit sind diese Teilnehmer*innen Corona-Leugner und Querdenker. Es versammeln sich dort nur einige wenige Menschen, die vielleicht teils berechtigterweise einer Impfung kritisch gegenüberstehen. Eine klare Abgrenzung vom rechten Rand ist nicht zu erkennen. „Wir brauchen eine neue Regierung!“ lautete z.B. ein Aufruf am 20.12. Am 27.12., wurde der Corona-Virus mit der Grippe verglichen, Impfungen wären Gen-Experimente der Regierung und eine Rednerin ist stolz auf ihren Ungeimpft-Status, denn Corona sei mit Hausmitteln heilbar. Sich impfende Menschen sind arrogant, wenn sie denken, ein Pieks würde Corona aufhalten. Die 2G-Regel ist überflüssig – Essen, Sauna und Spaziergänge würden das Immunsystem stärken. Es fielen Aussagen wie „Ab jetzt gilt ziviler Ungehorsam!“ und „Wir werden alles tun, was in unserer Macht steht!“.

Wir als Bündnis „Greifswald für Alle“ haben beschlossen, mit solidarischen Greifswalderinnen und Greifswaldern ein deutliches Zeichen für Demokratie zu setzen und zu zeigen, dass die Mehrheit der Bevölkerung die geltenden Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie für nötig hält. Mit einer Kundgebung wollen wir aktiv aufklären und für die Impfung werben. Wissenschaftler*innen sollen in Redebeiträgen über bewiesene Erkenntisse über das Virus sprechen, Menschen aus der Kulturbranche können über ihre Erfahrungen berichten und auch Politiker*innen dürfen zu Wort kommen.

Unter dem Titel „Impfen – Verantwortung und Solidarität!“ laden wir zu einer Veranstaltung am 3. Januar ab 19 Uhr auf dem Greifswalder Marktplatz ein.

Wir hoffen, mit Abstand, dem korrekten (!) Tragen von Masken (möglichst FFP2) und dem Aufruf zu einem Corona-Schnelltest vor Teilnahme an der Veranstaltung ein Infektionsrisiko möglichst ausschließen zu können.

Wir bitten um Unterstützung!

Vorläufige Redner*innen-Liste:

  • Dr. Stefan Fassbinder (Oberbürgermeister)
  • Prof. Dr. med. Barbara Bröker (Abteilungsleiterin Immunologie der Universitätsmedizin Greifswald)
  • Prof. Dr. Dipl. Psych. Eva-Lotta Brakemeier (Direktorin des Zentrums für Psychologische Psychotherapie (ZPP), Initiatorin „Gemeinsam für psychische Gesundheit“, Impfberatung)
  • Dr. Andreas Jülich (Anästhesiologe, praktischer Arzt, tätig im ehrenamtlichen Palliativdienst)
  • Prof. Dr. med. habil. Stephan Felix (Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin an der Universitätsmedizin Greifswald)
  • Ralf Dörnen (Intendant Theater Vorpommern)
  • Murat Demirkaya (Club Rosa)
  • Hennis Herbst (Vorsitzender des AStA an der Universität Greifswald)
  • Walter Noack (CDU)
  • Anna Kassautzki (SPD)
  • Christoph Volkenand (PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ)
  • Daniel Seiffert (DIE LINKE)
  • Hannes Damm (Bündnis 90/Die Grünen)
  • Michael Mahlburg (Pastor der Ev. Kirchengemeinde St. Jacobi Greifswald)

Landesparteitag der AfD in Kemnitz

Am kommenden Wochenende wird die AfD Ihren Landesparteitag in der Nähe von Greifswald – in Kemnitz – abhalten. Die Veranstaltung beginnt am Samstag, 15. Mai 2021, um 10 Uhr in einem Zelt am Ortsausgang Richtung Lubmin.

Das Bündnis ‚Greifswald für Alle‘ wird mit zahlreichen anderen Initiativen mit einer Mahnwache von 7.30 – 11.00 Uhr auf einer Verkehrsinsel zwischen der Landstraße L262 und der Straße Gewerbepark darauf aufmerksam machen, dass viele Menschen mit der „Politik“ dieser Partei nicht einverstanden sind. Wir werden gut sichtbar sein für alle, die den Parteitag besuchen werden und unseren Protest zum Ausdruck bringen. Wir erwarten dort auch die von FridaysForFuture organisierte Fahrraddemo unter dem Motto ‚Stadtradeln gegen Rechts‘, die pünktlich um 8 Uhr im Greifswalder Mühlentor beginnt.

Die Bürger*innen der Stadt Greifswald und des Landkreises sind herzlich eingeladen, sich dem Protest anzuschließen.

Abstandhalten und Masketragen in Zeiten von Corona ist eine Selbstverständlichkeit.

NPD erfolgreich gestoppt

Deutlich mehr als tausend Greifswalder*innen stellen sich den Nazis entgegen

Einen herzlichen Dank an die deutlich über tausend Greifswalder*innen, die am 1. Mai verhinderten, dass die NPD wie geplant durch Greifswald laufen konnte. Nach etwa einem Viertel der ursprünglich vorgesehenen Strecke war für die NPD in der Goethestraße Schluss.

Durch Blockaden an der Europakreuzung und am Mühlentor war der Weg in die Innenstadt für die NPD versperrt. Greifswald setzte damit ein deutliches Zeichen gegen Menschenhass und Rassismus und für ein buntes Greifswald. Die NPD musste auf dem gleichen Weg zurück zum Bahnhof.

Dies war nur dadurch möglich, dass Greifswalder Bürger*innen sich aktiv engagiert haben. Gerade unter Pandemie-Bedingungen war vorher nicht absehbar, wie viele Menschen letztlich dem Aufruf zum Gegenprotest folgen würden. Dass es am Ende so viele wurden, die den Aufmarsch der NPD nicht hinnehmen wollten, ist überwältigend. An dieser Stelle danken wir allen Beteiligten an der Durchführung der Mahnwachen und allen unterstützenden Organisationen (eine Liste findet sich im nächsten Beitrag). Auch die überwiegend besonnen handelnden Ordnungsbehörden haben sicherlich zum friedlichen Verlauf der Proteste beigetragen.

————————————————————————————————————————

Update von „Nazifrei Greifswald“ zur Spendenaktion

Über 80 Menschen und Vereine beteiligen sich an der Spendenaktion. 3.5 Stunden war die NPD in Greifswald – 3.5 Stunden zuviel! 6829,48 € für das Nazi-Ausstiegsprogramm EXIT Deutschland sind zusammengekommen. Die Spender*innen bekommen eine Mail mit ihrem ausgerechneten Spendenbetrag und der Kontoverbindung von EXIT Deutschland, sodass die Spende überwiesen werden kann.

Am 1. Mai in Greifswald: Auf die Straße gegen die NPD!

Am 1. Mai 2021 wollen die Neonazis der NPD in Greifswald aufmarschieren. Das lassen wir nicht zu! Vor genau zehn Jahren blockierten wir Greifswalderinnen den letzten Aufmarsch dieser Faschisten erfolgreich und zeigten, dass unser Greifswald für Vielfalt und Weltoffenheit steht. In diesem Jahr wollen wir an diesen Erfolg anknüpfen. Die NPD rechnet damit, wegen der Corona-Beschränkungen störungsfrei durch unsere Stadt marschieren zu können. Diese Rechnung werden wir nicht aufgehen lassen.

Seit Jahren in der Versenkung verschwunden, kann der geplante NPD-Aufmarsch als Auftakt der Partei für den Landtagswahlkampf 2021 verstanden werden. Zwar hat die NPD Konkurrenz durch die ebenfalls faschistische AfD bekommen – Sie bleibt dennoch eine Gefahr, denn die NPD gehört zum harten Kern der deutschen Rechten. Ihre Ideologie ist der Nationalsozialismus. Ihre Gefolgsleute verüben immer wieder schwerste Gewalttaten bis hin zum Mord. Ihre Opfer sind all die Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen. Menschen wie Mehmet Turgut, Eckhard Rütz und Klaus-Dieter Gerecke haben wir durch die Neonazis verloren.

Die nationalsozialistische Ideologie hat zu den schlimmsten Verbrechen in der Geschichte der Menschheit geführt und ist heute immer noch eine tödliche Bedrohung. Das hat keinen Platz in Greifswald und nirgendwo sonst. Wir stellen uns dieser Bedrohung gemeinsam entgegen und werden den Neonazis der NPD und ihrer Ideologie (in unserem Greifswald) keinen Meter Straße überlassen. In der Vergangenheit haben wir Menschen in dieser Stadt immer wieder gezeigt, dass wir uns gegen Neonazis wehren. Das werden wir auch dieses Mal tun.

Kommt deshalb alle zu den antifaschistischen Kundgebungen und Mahnwachen am 1. Mai in Greifswald. Setzt Zeichen. Seid kreativ. Beteiligt Euch an allen kreativen Versuchen die NPD zu stoppen. Bringt eure Familien, Freundinnen und euer Fahrrad mit. Haltet Abstand
und tragt Maske.

Achtet auf Ankündigungen auf dieser Homepage – www. greifswaldfueralle.org/.

#unteilbarMV #0105HGW
1. Mai – Greifswald Nazifrei

Kommt bitte mit Maske, Verpflegung und ggf. Fahrrad gegen 10 Uhr zunächst zu einer Mahnwache in der Nähe des Hauptbahnhofs!

Einige Mahnwachen im Stadtgebiet sind bereits angemeldet:
1. Bahnhofstraße 42
2. Bahnhofstraße 34
3. Kriegsmahnmal auf dem Wall gegenüber vom Bahnhof
4. Osnabrücker Straße hinter dem Kreisverkehr / Unterführung Bahnhof
5. Südbahnhof / Busbahnhof
6. Ecke Hans-Beimler-Straße / Schönwalder Landstraße
7. Heinrich-Hertz-Straße 18a
8. Ecke Hans-Beimler-Straße / Karl-Krull-Straße
9. Hans-Beimler-Straße 65
10. Lange Straße 14a / KLEX
11. Bahnhofsvorplatz
12. Marktplatz
13. Goethestraße 1 / IKUWO
14. Europa Kreuzung

Die NPD hat eine Demonstration angemeldet, die um 13 Uhr ab Hauptbahnhof starten soll.

Um 12 Uhr findet ein Friedensgebet mit dem Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern, Tilman Jeremias, in der Jacobi-Kirche statt.

Unterstützende Organisationen sind bislang:

– Greifswald für Alle
– Fridays For Future Greifswald
– Fridays For Future Mecklenburg-Vorpommern
– IKuWo e.V.
– Jugend kann bewegen e.V.
– Nordkirche (Jacobigemeinde, Evangelische Jugend Pommern, Christuskirchengemeinde)
– Brinke 26 e.V.
– DGB Vorpommern
– Defiant
– AKJ
– Cycle Jerks
– Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE und PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ
– DIE LINKE. Fraktion im Kreistag Vorpommern-Greifswald
– Kreistagsfraktion Grüne und Tierschutzpartei
– Grüne Greifswald
– Alternative Liste für Vorpommern und Greifswald
– Grüne Jugend Greifswald
– SPD Greifswald
– Jusos Vorpommern-Greifswald
– Jusos Greifswald
– Stadtjugendring Greifswald

Wir folgen dem Brölliner Aktionskonsens der Aktionsbündnisse Mecklenburg-Vorpommern für die Entfaltung demokratischer Kultur und gegen Nazis.

Sollte die NPD wirklich in Greifswald ankommen und hier sein….

…..jede Minute ist zu lang! Wir geben unsere Straßen nicht her. Und für jede Minute ihres Aufenthalts werden Spenden für das Ausstiegsprogramm EXIT Deutschland gesammelt.

So funktioniert´s: Schreibe eine Mail mit dem Betrag, den du pro 10 Minuten, die sich die NPD am 1. Mai in Greifswald aufhält, spenden möchtest an: nazifrei-hgw@systemausfall.org. Im Anschluss an die Demo wird die Bankverbindung des Neonazi Ausstiegsprogramms und der ausgerechnete Spendenbetrag per EMail zugeschickt.

Update von „Nazifrei Greifswald“ am 1. Mai um 1.16 Uhr:

Wir haben Ihn ausgerechnet: den Spendenbetrag, der pro Stunde an das Nazi-Ausstiegsprogramm EXIT Deutschland geht.
Über 80 Menschen und Vereine beteiligen sich an dieser Aktion mit insgesamt 1838,35€ pro Stunde, die die NPD sich am 1. Mai in Greifswald aufhält. Wir hoffen natürlich, dass es nicht mal eine Stunde wird! Jeder Meter ist zu viel und jede Minute ist zu lang!
Die Spender:innen bekommen im Anschluss an die Demo eine Mail von uns (vermutlich Sonntag) mit ihrem ausgerechneten Spendenbetrag und der Kontoverbindung von EXIT Deutschland, sodass ihr die Spende selbstständig überweisen könnt.

Proteste gegen den Parteitag der AfD-MV

UPDATE: Der AfD-Parteitag fällt aus.

Das Bündnis ‚Greifswald für alle‘ schließt sich dem Aufruf von ‚Neubrandenburg nazifrei‘ an und mobilisiert zu Protesten gegen den AfD-Landesparteitag. Wir wollen auch gemeinsam nach Neubrandenburg fahren, ein Bus kommt wegen der Corona-Lage nicht in Betracht. Mit PKW wollen wir uns am 07.11.2020 um 07:00 Uhr auf dem REWE-Parkplatz in der Grimmer Straße treffen. Wer mitfahren möchte und wer einen PKW stellen kann, ist herzlich dazu eingeladen. MNS nicht vergessen! Es folgt der Aufruf:

„Gemeinsam gegen den Landesparteitag der AfD MV am 7. und 8. November Der AfD Landesverband Mecklenburg-Vorpommern plant seinen Landesparteitag für den 7. und 8. November im Jahnsportforum in Neubrandenburg. Dabei geht es um die Weichenstellung für die Landtagswahl im nächsten Jahr. Kurz vor dem Jahrestag des Höhepunkts der Novemberpogrome der Nationalsozialisten im Jahre 1938 soll das Veranstaltungszentrum Neubrandenburg (VZN) der AfD ihre Räume zur Verfügung stellen. Die AfD ist seit der letzten Wahl deutlich radikaler geworden, muss immer mehr dem extrem rechten Spektrum zugeordnet werden. Diese Partei steht wie keine andere für eine rassistische, sexistische, islamfeindliche, antisemitische und menschenverachtende Hetze. Große Teile des Landesverbandes MV stehen hinter dem formal aufgelösten aber immer noch präsenten faschistischen „Flügel“ um Björn Höcke und dessen Vertreter Andreas Kalbitz.

Wir werden dieser Partei und deren Vertreter*innen unseren breiten und bunten Protest entgegenstellen und ein weiteres Mal zeigen, dass wir mehr sind. Neubrandenburg ist kein Ort für völkische und extrem rechte Versammlungen, sondern eine weltoffene, vielfältige Stadt! Wir stehen für ein solidarisches Miteinander, unabhängig von Herkunft, Religion, Hautfarbe und sexueller Orientierung. Daher fordern wir die Betreiber*innen des Jahnsportforums dazu auf, den Vertrag mit der AfD MV nicht zu unterzeichnen und rufen dazu auf, gegen den Parteitag zu demonstrieren. Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

Geplante Veranstaltungen am 07.11.2020 vor dem Jahnsportforum, Neubrandenburg:
* Kundgebungen gegen den Landesparteitag
* „Neubrandenburg bewegt sich“ – bunter Spendenlauf für Initiativen gegen rechts
* Markt der Möglichkeiten: Musik, Kultur und Redebeiträge für eine offene Gesellschaft

Um euch und andere zu schützen, bitten wir darum, eigenverantwortlich und solidarisch die Hygieneregeln (Abstand halten, Mund und Nase bedecken) einzuhalten.“


UNTERZEICHNENDE des Aufrufs: Aufstehen gegen Rassismus Mecklenburg-Vorpommern, AG Zukunftsdialog, Demmin Nazifrei, Neubrandenburg Nazifrei, Pro Bleiberecht in MV, Rostock nazifrei, VVN-BdA MV, Greifswald für alle